Beyond Leadership oder miteinander in Qualität kommen

Patrick Cowden hat sich bei uns als Macher und weniger als Theoretiker vorgestellt. Er stellte auch schnell klar, dass er sich lieber auf „the real life“ anstatt auf „Case studies“ fokussiert.  Wir waren gespannt, denn damit hatte Patrick unser Interesse geweckt.

Alle die Patrick Cowden noch nicht kennen, können sich in diesem Youtube-Beitrag einen kurzen Einblick in die Entstehung und das Wirken seines Mindsets verschaffen: Beyond leadership: Patrick Cowden at TEDxRWTHAachen

Als Einstieg auf die anstehenden beiden Tage meinte Patrick, dass wir uns von ein paar Konzepten verabschieden müssen, denn:

  • Die Technologie spielt keine Rolle.
  • Klassische Messgrössen wie KPIs, Gewinn u.s.w.
  • Auf der anderen Seite sind die Kostentreiber enorm wichtig.
  • Strategie ist nicht wichtig und…
  • …Struktur ebenso.
  • Prozesse spielen keine Rolle und…
  • Systeme sind nicht wichtig.

Die Frage war dann: Was bleibt noch übrig? Das ist ganz einfach: Der Mensch. Und so lag der Fokus in den beiden folgenden Tagen vollumfänglich beim Menschen. Dazu braucht es weder Stift noch Papier, denn ab jetzt ist „Learning by doing“ angesagt.

Patrick sprach dann von seinem „Vehikel“ Beyond Leadership. Mit diesem „Gefährt“ verändert er beides: Menschen und Dinge. Es ist einfach, sogar sehr einfach. Alles fängt mit nur einer Frage an:

Wer bin ich und warum bin ich hier?

In Gruppen von drei Personen hat jeder diese Frage beantwortet. Die anderen Mitglieder durften dann positives Feedback zu seiner Antwort geben. Der Ablauf war dabei straff strukturiert: Jeder hat zwei Minuten Zeit die Frage zu beantworten und anschliessend bekam er oder sie Feedback von den anderen beiden Personen und zwar je eine Minute lang.

Es gab auch Theorie – aber wenig

1) Es gibt einen Mechanismus, mit welchem wir eine „Connection“ zwischen den Menschen in einer Gruppe schaffen. Dieser Mechanismus findet in jedem Verlauf mehrmals statt.

Der Verlauf

2) In einer Organisation existieren mehrere Gruppen. Die Idee ist, dass alle Gruppen den Verlauf selbst durchlaufen. Somit kann sich die Methode in der Firma von alleine verbreiten beziehungsweise können sich überall „Connections“ ergeben.  Die Forschung zeigt, dass das Bedürfnis nach zwischenmenschlichen „Connections“ stärker ist als das Bedürfnis nach Essen.

3) Organisationen sollten den Fokus auf das Tun und nicht auf das permanente Dokumentieren legen.

Im Check-Out am Ende des Tages erzählte Patrick von seiner Vorgehensweise bei Vorstellungsgesprächen für Neueinstellungen. An den Gesprächen nehmen anstatt nur einem sogar mehrere Interviewer teil. Nach Möglichkeit werden auch gleichzeitig mehrere Bewerber eingeladen.  Die Interviewer wenden dann ohne Vorankündigung den oben erwähnten Beyond Leadership-Verlauf an. Patrick ist von der Anwendung seines Ansatzes in Bewerbungsgesprächen überzeugt und bekräftigte, dass dies ganz gut funktioniere.

André, einer unserer Studiengang-Teilnehmenden erfand den Spruch des Tages zu Beyond Leadership: „Es kann eine individuelle Fragestellung in der Gruppe erarbeitet werden, und durch die Gruppe werde ich in meine Individualität gestärkt.“ Treffend auf den Punkt gebracht!

Der zweite Tag und noch mehr Erkenntnisse zu Beyond Leadership

In der Reflexion am Morgen ergab sich eine Diskussion über Fussball. In diesem Sport kommt es des Öfteren vor, dass einzelne Spieler einen Heldenstatus erreichen. Die Frage lautet nun: Ist das noch Team-Arbeit? Auf jeden Fall kommt es auch vor, dass solche Heldenfiguren auch andere Teammitglieder unterstützen. So beispielsweise Christiano Ronaldo, der verletzungsbedingt nicht am Finale der Europameisterschaft 2016 mitspielen konnte.

Eine Erkenntnis war, dass die Führungskraft hinter dem Beyond Leadership-Ansatz stehen, ihn einsetzen und sich aber auch zurückziehen können muss. Ihre Verantwortung ist nicht mehr die Kontrolle sondern die Unterstützung des Teams.

Besonders wichtig ist auch, dass kein Teammitglied ausgeschlossen wird. Jeder soll sich äussern können und alle sollen „connected“ sein. Sollte doch jemand nicht connected sein, also nicht mitkommen oder sich ausgeschlossen fühlt, braucht es zwingend ein „reconnect“ damit diese Person wieder ins Team einbezogen wird.

Werden der Gruppe Ziele gesetzt? Nein, die Gruppe setzt sich eigene Ziele.

Durch den Beyond Leadership-Ansatz sollen die Stärken der einzelnen Teammitglieder eingesetzt werden und nicht ihre Schwächen.

Der Check-in muss nicht einmal als solcher benannt werden. Es kann einfach die Frage gestellt und beantwortet werden.

Wir konnten an diesen beiden Tagen durch Beyond Leadership erfahren, dass André’s Spruch zu 100% stimmt. Versuchen Sie es auch – es lohnt sich für Sie, Ihr Team und auch Ihre Unternehmung.

 

Bücher

Patrick D. Cowden, „Neustart“; German ISBN 978-3424200928

Frederic Laloux, „Re-inventing the organisation“; English ISBN 978-2960133509; German ISBN 978-3-8006-5285-3

Kontaktdaten

Patrick und Erfried würden sich über Rückmeldungen wegen Einsätze sehr freuen.

patrick@Beyond-leadership.com

erfred@Beyond-leadership.com

Aus dem Unterricht des CAS Next Generation Leadership 2016 mit Patrick Cowden und Erfried Pahlen berichtet Thomas Norgate

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