#digitaldetox Tag 2 – von mentaler und emotionaler Fitness

Der zweite Tag ohne Handy – und ich lebe noch! Und fühle mich gut wie schon lange nicht mehr. Die Erkenntnisse des ersten Tages hallen nach: Schlaf kann nicht substituiert werden, Bewegung vor dem Frühstück tut gut, Nahrungsmittelzufuhr erzeugt Entzündungsreaktionen im Körper, also besser nicht immer wieder zwischendurch essen – und: das wichtigste Gesetz der Juristen ist der 1. Artikel GMV und Klöster haben meistens einen politisch und wirtschaftlich strategischen Ursprung.

An diesem äusserst kraftvollen Ort haben wir uns einen ganzen Tag lang mit uns selbst befasst – das klingt nicht nur intensiv, das ist es auch. Mentale und emotionale Fitness stand auf dem Programm. Hier ein paar Erkenntnissplitter:

  • Meditation hilft, bei sich selbst zu sein, die Aussenwelt abzuschalten, sich selber besser kennenzulernen. Tägliche Praxis lohnt sich – und steigert unter anderem die Entscheidungsfähigkeit. Wie wir selber erfahren durften, können mehrere Meditationseinheiten an einem Tag ziemlich anstrengend werden.
  • Die Forschung weiss, dass neue Hirnstrukturen bereits nach 8 Wochen entstehen, 20 Minuten Training pro Tag reichen. Also: change your mindset – change your world, denn…
  • Gedanken haben einen Einfluss auf soziale Interaktionen – und umgekehrt!
  • Aber was sind meine Glaubenssätze? Was ist tief in mir drin verankert – und was könnte ich daran ändern? Alte Glaubenssätze mit neuen ersetzen – neue Glaubenssätze müssen positiv formuliert werden, denn das Unterbewusstsein kennt keine Negation.
  • Emotionen sind gar nicht so emotional, wenn man sie entmystifiziert, sondern haben ganz viel mit einem biochemischen Cocktail zu tun.
  • Wir sind frei in unseren Gefühlen – wenn etwas Schlechtes passiert ist, habe ich die Möglichkeit, mir zu sagen „die nächsten 10 Minuten möchte ich meinem System Freude bieten“ und so aus der Negativspirale auszubrechen. Das kann ich in guten Zeiten trainieren, mir meine positiven Alternativen, mein Zauberschloss aufbauen. Ich habe die Freiheit, meine Gefühle „auszutauschen“, zu wählen, in welche Richtung sie gehen sollen.
  • Das Gehirn kann zwischen Phantasie und Realität nicht unterscheiden! Die Emotionen bei einer Komödie sind also genauso echt wie diejenigen im Real-Life.
  • Bei Einsamkeit verändert sich das immunologische System, man wird anfälliger auf Viren und Bakterien. Negative Gefühle führen über Botenstoffe zu Stress, was wiederum das System der Immunität angreift und Entzündungsreaktionen hervorruft.
  • Der biochemische Cocktail ist der Treiber für Sucht. Sehnsucht treibt an zur Suche – fehlgeleitete Suche kann zur Sucht werden – die erfolglose Suche mit kurzfristiger ersatzweiser Befriedigung führt zur Sucht.
  • Jeder, der lebt, hat mehr Ressourcen als Krankheiten – suchen wir nach Lösungen, nicht nach Problemen!
  • Flow ist ein ähnlicher Zustand wie Meditation – wie kann ich beim Arbeiten in diesen Zustand kommen?
  • Empathie ist nicht das gleiche wie Mitgefühl – Empathie ist „Mitleiden“, da sind Spiegleneuronen aktiv. Mitgefühl ist Anteilnahme, tiefes Verstehen, das sich aber nicht einwickeln lässt. Wer mitfühlt bleibt bei sich selbst präsent und lässt sich nicht vom Stress der anderen einlullen.
  • Die höchste Stufe der Resilienz besteht darin, an etwas Grösseres zu glauben als an sich selbst.

Es war ein intensiver, wohltuender Tag mit viel Selbstreflexion und Meditation, ein Rückzug der Sinne auf mich selbst. Mir ist sehr vieles bewusst geworden – und ich bin überzeugt, dass einiges davon im Alltag Bestand haben wird.

Aus dem Unterricht des CAS Next Generation Leadership 2017 mit Dr. Cornelia Birta berichtet Carole Probst

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