Innovation „à tout prix“

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: „mehr Innovation, mehr Innovation!“. Doch gibt’s Innovation „auf Teufel komm `raus“? Sollen wir also Innovation managen? Und was steckt hinter dem Begriff „Innovationsmanagement“? Sicher steckt dahinter viel Re-Branding. Doch nicht nur. Ging man früher von Kundenbefragungen und Marktanalysen aus, setzt man heute auf „Design-Thinking“ und „Human-Centered-Design“. Das Heute dem Gestern gleichzusetzen wäre allerdings kläglich falsch. Viele Firmen sind dem Irrglauben gefolgt, den Kunden zu fragen, was er sich denn künftig wünschte oder ob er/sie eine Produktidee denn auch kaufen würde. Falscher Ansatz würde der Design-Thinker sagen. Das Credo für ihn ist: „Kunde verstehen, beobachten; daraus einen Standpunkt ableiten“ immer und immer wieder. Ändert sich dieser nur noch wenig: „aus dem Standpunkt eine Idee ableiten, einen Prototypen entwickeln, diesen dann testen“. Ja, und man erahnt es: auch dies immer und immer wieder. Im besten Fall hat man danach eine Innovation entwickelt (designed), die dem Firmenkunden hilft, seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern beziehungsweise dem Privatkunden ein neues Erlebnis zu bieten. Alles ganz neu und überraschend? Nein. Dennoch haben sich über die letzten Jahrzehnte aus der Analyse erfolgreichen Innovationsmanagements Grundsätze und Systematiken entwickelt, die einen vermeiden lassen, in die üblichen Fallen zu tappen. Next Generation Leader tun gut daran, sich mit diesen Konzepten vertraut zu machen, keiner unnötiger Methodengläubigkeit zu folgen aber vielmehr Räume für innovatives Denken und innovatives Miteinander zu schaffen und zu fördern. Ein Besuch bei Firmen, die sich dem Design-Thinking verschrieben haben, zeigt, dass letzteres nicht nur – aber durchaus auch – ganz wortwörtlich zu verstehen ist.

Aus dem Unterricht des CAS Next Generation Leadership 2016 mit Martin Kägi berichtet Thierry Strässle

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