Positive Leadership: Motivation

Am 18. Oktober 2017 starteten die zweiten Blocktage, diesmal nicht mehr im Kloster Fischingen, wie beim Retreat, sondern im Gebäude der HWZ nahe der Europaallee. Ich habe mich sehr darauf gefreut, die anderen Mitglieder der Studiengruppe wieder zu sehen. Der Tag fing schon gut an: Die HWZ stellte uns eine eigene Kaffeemaschine in den Schulungsraum, sodass man gleich etwas Energie für die kommenden Stunden tanken konnte.

Am 18. Oktober stand das Thema „Motivation“ mit Prof. Dr. Antoinette Weibel auf dem Programm – ein wichtiges Thema, das ein wesentlicher Faktor für die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter und deren Performance im Unternehmen ist. Das Modell mit dem Chef als „Superstar“ und den Mitarbeitern als Befehlsempfänger und Ausführer (sog. Rote Führung)  ist weitgehend überholt. Die Zukunft liegt in partizipativer Führung, die auf gemeinsamen Werten, Engagement und Vertrauen basiert. Der einzelne Mitarbeiter soll verantwortungsvoller werden und mitdenken, was seine innere (intrinsische) Motivation fördert (sog. Grüne Führung). Intrinsisch motivierte Mitarbeiter fühlen sich besser und arbeiten besser als lediglich extrinsisch motivierte Mitarbeiter (z.B. durch individuelle Boni). Am Ende der Skala der Mitarbeiterpartizipation liegt die sog. Blaue Führung, bei der der Chef nur noch eine Art Koordinator und Coach ist und die Mitarbeiter die Arbeit in Selbstorganisation erledigen. In einem Film lernten wir sozusagen als Extrembeispiel die Firma IDEO kennen, die im Produkt-Design sehr gross ist. Wir konnten auf eindrückliche Weise sehen, wie es ein selbstorganisiertes Projektteam in nur fünf Tagen schaffte, mit einem grossen Engagement jedes einzelnen Teammitglieds einen Prototypen eines revolutionierten Einkaufswagens zu entwickeln. In der Folge erfuhren wir, dass die Zwei-Faktorentheorie von Herzberg aus den 50er-Jahren auch heute noch ihre Gültigkeit hat. Es gibt Bedingungen, die intrinsische Motivation begünstigen (sog. Motivatoren) und Bedingungen, die vorhanden sein müssen, damit keine Unzufriedenheit entsteht (sog. Hygienefaktoren). Zu den Motivatoren gehören heute insbesondere „autonomy/latitude“, „meaningfullness“ sowie „respect and trust“. Der Morgen verging wie im Flug und so war es dann auch schon Zeit für die Mittagspause.

Nachdem wir uns alle verköstigt hatten, „bambeleten“ wir eine Runde mit einer lustigen kleinen Tanzeinlage, sozusagen um die Verdauungsmüdigkeit etwas zu überwinden. Am Nachmittag lernten wir Instrumente kennen, wie Job Crafting und Führen durch Feedback. Spannend war zu sehen, dass laut einer Studie aus Deutschland (2010) nur 14 % der Mitarbeitenden der Ansicht waren, dass ihre Vorgesetzten fundierte Mitarbeitergespräche führen. Das noch vorherrschende „Forced Ranking“ ist überholt. Stärkenfokussiertes Feedback (Feedforward) heisst das neue Zauberwort. Zudem setzten wir uns mit den Voraussetzungen auseinander, die vorliegen müssen, damit eine gute Feedbackkultur im Team bzw. Unternehmen herrscht. Dazu gehören Vertrauen, Balance (vier Mal mehr positive als negative Aspekte erwähnen) und der Umstand, dass das Geben bzw. Erhalten von Feedback eine Normalität darstellt. Interessant war zudem, dass Individualboni in den meisten Fällen gar nicht wirklich den vom Arbeitgeber gewünschten Anreiz für die Mitarbeiter setzen, im Gegenteil, sogar kontraproduktiv sind. Wenn Boni, dann besser Team-Boni.

Es war einmal mehr ein spannender Tag mit vielen wertvollen Inputs, die ich für meinen Arbeitsalltag mitnehmen konnte.

Aus dem Unterricht des CAS Next Generation Leadership 2017 mit Prof. Dr. Antoinette Weibel berichtet Thomas Kolb

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