Self-Leadership: Nur wer sich selbst bewusst führt, kann andere führen

Im Sport ist es ganz normal und allen bewusst: Wer Spitzenleistungen vollbringen will, der bereitet sich vor. Er trainiert seinen Körper und seinen Geist, um die sportliche Herausforderung zu meistern und als Sieger vom Platz zu gehen. Leader, die sich genauso bewusst wie Sportler auf ihre täglichen Aufgaben vorbereiten, verbessern dadurch ihre Performance und sind erfolgreicher.

Körperliche Fitness

Wenn der Motor nicht funktioniert, fährt das Auto nicht. Die körperliche Gesundheit ist unser Motor. Ist der Körper nicht im Gleichgewicht, sind wir nicht in der Lage optimale Leistung zu erbringen. Mit anderen Worten: Die körperliche Gesundheit ist die Grundvoraussetzung, um unser volles Leistungspotenzial ausschöpfen zu können.

Dabei betrachten wir – wie der Sportler zur Vorbereitung auf eine bevorstehende Herausforderung – die Ernährung, Bewegung, Regeneration und Schlaf. Es ist bekannt, wie wichtig die Einhaltung von Regenerationszeiten, ausreichend Schlaf und Bewegung ist und trotzdem geht dies im Alltag unter dem Pendenzenberg leicht vergessen. Es lohnt sich, bewusste Pausen einzubauen, denn der Körper braucht Erholung, um gesund zu sein. Wissenschaftlich bewiesen ist die Ausschüttung von Glückshormonen, Entzündungshemmern und den Abbau von Stresshormonen durch Bewegung und Sport. Unabdingbar ist eine gesunde, vielfältige und zuckerarme Ernährung. Dazu gehört im unübersichtlichen Diäten-Dschungel vor allem eins: Dem eigenen Körper zu vertrauen – denn er sagt deutlich, was er braucht.

Mentale Power

Yoga, Meditation und Achtsamkeit sind schon lange in aller Munde. Viele sind auf der Suche nach sich selbst, um in der VUCA-Welt  besser zurecht zu kommen. Schon die alten Philosophen empfahlen, sich mit der Innenwelt zu beschäftigen und die Gedanken zu kontrollieren. Dabei ist heute auch wissenschaftlich bewiesen: Wer 20 Minuten pro Tag meditiert, erfährt innerhalb von 8 Wochen eine signifikante Verbesserung der Hirnmasse. Das Hirn ist also wie ein Muskel trainierbar. Auf dem Weg zu mehr inneren Ressourcen, Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Energie und Konzentration helfen verschiedene Übungen: „Push the Sky“ und „Lift the Mountain“ aus dem Qi-Gong sind einfache Übungen, um energiegeladen in den neuen Tag zu starten. Unser Alltag ist geprägt von Glaubenssätzen, die von unserem Autopiloten gesteuert werden. Durch Selbst-Reflexion können alte Muster identifiziert und mittels kognitiver Umstrukturierung durch bessere ersetzt werden. Digitale Pausen sollen bewusst in den Alltag eingebaut und Infotoxic zeitenweise vermieden werden, um dem Hirn die Chance zu geben, sich von der herrschenden Informationsflut zu erholen. Und am Abend empfiehlt sich eine Meditation von 10-20 Minuten, um den Tag abzuschliessen und im wichtigen Schlaf nachhaltige Erholung zu finden.

Emotional im Lot

Jeder kennt diese Momente, wenn einen Gefühle überkommen. Ob Freude, Angst oder Einsamkeit, eines haben sie gemeinsam: man fühlt sich ihnen oft komplett ausgeliefert. Dazu sind negative Gefühle wie Stress, Panik, vergessene Wünsche oder Misstrauen richtige Energieräuber und dämpfen die Performance. Techniken der Emotional Fitness wie z.B. Reaktionen und Muster im Alltag im Tagebuch führen, täglich nur ein paar Minuten Achtsamkeitsmeditation und Desidentifizierung (Du bist nicht dein Muster!) können sich schon nach kurzer Praxis auf die Gemütslage und somit als Konsequenz auf das soziale Verhalten positiv auswirken. Die Gehirnforschung hat im Rahmen der positiven Psychologie gezeigt, dass wir uns durch Begeisterung, Interesse und Neugier öffnen, lernen und wachsen. Es lohnt sich, die eigenen Stärken und Ressourcen zu aktivieren und Sinn zu suchen. Flowzustände sind neutrale Aufmerksamkeitszustände, in welchen ein Optimum zwischen Überforderung und Unterforderung erreicht wird und ebenfalls zur Performancesteigerung führt. Das Ziel ist immer das Gleiche: Die bewusste Fähigkeit seine eigenen Emotionsmuster zu erkennen, neue Muster anzutrainieren und die Kontrolle über die eigenen Impulse zu haben. Denn wer mit sich selbst im Einklang ist, kann besser auf die anderen eingehen.

Nur wer sich seiner selbst bewusst ist und sich selbst führen kann, hat auch die Fähigkeit, andere Menschen erfolgreich zu führen. In Modul 1 haben wir gelernt, wie naheliegend es eigentlich ist, sich körperlich, mental und emotional auf den Arbeitsalltag vorzubereiten. Nun gilt es, das neu gelernte in den Alltag zu integrieren und die weitaus grösste Herausforderung ist es „dran zu bleiben“, damit wir unsere Performance nachhaltig verbessern können. Und auch hier nehmen wir uns den Sportler zum Vorbild: Nie käme es ihm in den Sinn, auf das wichtige regelmässige Training zu verzichten.

Aus dem Unterricht des CAS Next Generation Leadership 2016 mit Dr. Cornelia Birta berichten Monica Monsch, Sara Matter und Iva Laszlo

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